Extreme Wetterereignisse als Umwelt- und Klimarisiko im Funk Global Risk Consensus

Stand 2026

Extreme Wetterereignisse: Häufiger, intensiver, vernetzter

Akute Naturgefahren mit gekoppelter Wirkung

Extreme Wetterereignisse umfassen akute, wetterbedingte Naturgefahren wie Starkniederschläge und Hochwasser, Stürme/Hagel, Murgänge, Hitzeperioden, Trockenheit oder Kälteeinbrüche. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass solche Ereignisse in vielen Regionen häufiger auftreten, intensiver ausfallen und teils neue Expositionsmuster erzeugen. Für Unternehmen ist entscheidend, dass die Wirkungskette selten auf unmittelbare Sachschäden beschränkt bleibt: Auch ohne direkte Schäden am Standort können Lieferketten, Transportwege, Energie- und Kommunikationsnetze oder die Verfügbarkeit von Arbeitskräften betroffen sein. Besonders relevant ist die zunehmende Kopplung von Risiken: Ein Starkregenereignis kann gleichzeitig Infrastruktur (Zufahrten, Bahnlinien), Versorgungsnetze (Strom, Wasser) und Zulieferer in der Region beeinträchtigen.

Strategische Auswirkungen auf Standorte und Versicherbarkeit

Auf strategischer Ebene wirken extreme Wetterereignisse auf Standortentscheidungen, Investitionsplanung, Instandhaltungsbudgets und die Versicherbarkeit. Gleichzeitig steigen die Anforderungen von Kunden, Investoren und Regulatoren an die Transparenz physischer Klimarisiken und an nachweisbare Resilienz- und Kontinuitätsplanung. Unternehmen mit stark konzentrierten Produktions- oder Logistikstrukturen sind besonders exponiert, wenn kritische Anlagen, Lager oder IT-Infrastruktur (z. B. Rechenzentren, zentrale Serverräume) an wenigen Standorten gebündelt sind. Zudem können indirekte Effekte wie Wasserknappheit, Kühlbedarf bei Hitze, Arbeitsausfälle oder behördliche Einschränkungen (z. B. Sperrungen, Evakuierungen) die Leistungserbringung unmittelbar beeinflussen.

Resilienz als Führungsaufgabe

Für die Geschäftsleitung steht damit weniger die Frage im Vordergrund, ob ein Ereignis „einmalig" eintritt, sondern wie robust das Unternehmen gegenüber einer Serie von Störungen ist, wie schnell es wieder anlaufen kann und wie gut Standorte und Lieferketten an neue Rahmenbedingungen angepasst werden.

Extreme Wetterereignisse sind in diesem Sinn ein Resilienzthema: Sie betreffen operatives Tagesgeschäft, aber auch langfristige Kapitalbindung, Versicherungskosten und Wettbewerbsfähigkeit.

Entwicklung des Risikos

In der Zeitreihe wird die Dynamik des Risikos über die Jahre hinweg aufgezeigt. Die Punkte zeigen die jeweilige Bewertung des Risikos im jährlich publizierten Funk Global Risk Consensus.

Methode info

Ursachen

  • Geografische Exposition: Nähe zu Gewässern, Hanglagen, Wind- und Hagelzonen, urbane Hitzeinseln
  • Bauweise: Keller- und Tiefgaragen, fehlende Schutzmassnahmen, empfindliche Anlagen, ungenügende Baustandards
  • Abhängigkeit von Infrastruktur: Strom, Verkehr, Telekommunikation, Wasser
  • Konzentration kritischer Prozesse und Bestände an wenigen Standorten: Klumpenrisiko
  • Klima- und Wettertrends sowie veränderte Extremereignismuster

Auswirkungen

  • Sachschäden: Gebäude, Dächer, Fassaden, Maschinen, Lagerbestände, Fahrzeuge
  • Betriebsunterbruch: Produktionsstopp, Ausfall Lager und Logistik, Sperrung von Zufahrten, eingeschränkte Schichtfähigkeit
  • Lieferketten: Ausfälle bei Zulieferern, Transportverzögerungen, Engpässe bei Rohstoffen und Komponenten
  • Versorgung: Stromausfälle, Wasserknappheit, Kühlprobleme, IT- und Telekommunikations-Unterbrüche
  • Mitarbeitende: Sicherheitsrisiken, Arbeitsausfälle, Belastung durch Hitze, Einschränkungen im Aussendienst
  • Finanzen: Reparaturen, Überstunden, Ersatzbeschaffung, Vertragsstrafen, Verlust von Aufträgen
  • Versicherbarkeit: steigende Versicherungsprämien und Selbstbehalte, Deckungslücken, strengere Auflagen

Bewältigungsmassnahmen

  • Expositionsanalyse: Standort-Mapping, Szenarioanalysen, Kritikalität je Standort und Prozess
  • Bauliche und technische Resilienz: Rückstauklappen, mobile Barrieren, Dach- und Hagelschutz, Schutz sensibler Technikräume
  • BCM und Notfallplanung: Notbetrieb, Verlagerung, Alternativlogistik, Evakuations- und Sicherheitspläne, regelmässige Übungen
  • Lieferkette: Multi-Sourcing, Alternativrouten, Sicherheitsbestände, vertragliche SLA und Force-Majeure-Klarheit
  • Betrieb und Wartung: präventive Instandhaltung, Monitoring (Wetterwarnungen), Schutzkonzepte für Hitze und Trockenheit
  • Finanz und Versicherung: Deckungsprüfung, parametrische und klassische Lösungen, Schadenprävention als Verhandlungsargument

Risikolösungen

Naturgefahrenanalyse

Funk untersucht Firmenstandorte auf Ihre Gefährdung durch Naturgefahren und die Wahrscheinlichkeit von Events. Aus den Firmenkennzahlen und Prozessen gemischt mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten von Naturgefahren sowie derer Intensität können Höchstschadenssummen abgeleitet werden.

Ihr Risikospezialist

Stefan Brändli, Risikospezialist bei Funk

Stefan Brändli
Risk Analyst, MSc ERDW ETHZ
Telefon +41 58 311 05 79
stefan.braendli@funk-gruppe.ch

Kontakt

Funk Zürich
Hagenholzstrasse 56
CH-8050 Zürich

T +41 (0)58 311 05 00
info@funk-gruppe.ch
www.funk-gruppe.ch

Methode

Damit der Funk Global Risk Consensus so neutral wie möglich ist, werden die erfassten Risiken aus fünf ausgewählten Studien in eine Rangliste gebracht. Alle fünf Studien basieren auf Befragungen von Führungskräften. Die Auswahl ist dabei Global um eine möglich weitreichende und umfassende Erhebung zu haben. Da in jeder Studie bereits eine Bewertung aufgrund der Anzahl Nennungen vorhanden ist, benutzt Funk ein einfaches Punktesystem, um die Risiken zu bewerten. Ist ein Risiko bei einer Studie auf Platz eins, wird es mit 10 Punkten bewertet, ist es auf Platz 10 mit einem Punkt. Danach werden die Punkte der Risiken von allen Studien zusammengezählt. Dadurch entsteht eine neutrale Rangliste im Funk Global Risk Consensus, da so nur Risiken, die in mehreren Studien auf den vorderen Plätzen genannt werden es auch im Funk Global Risk Consensus in die vorderen Plätze schaffen.

Studien

AGCS (Allianz Global Corporate Solutions) Allianz Risk Barometer – Befragung von ca. 3.000 Risikomanagement Expert*innen aus 100 Ländern. Ziel ist es, die wichtigsten Betriebsrisiken zu bestimmen.

WEF (World Economic Forum) (World Economic Forum mit Beratungs- und Versicherungspartnern, National University of Singapore, Oxford Martin School - University of Oxford, Wharton Risk Management and Decision Processes Center - University of Pennsylvania): The Global Risks Report - Als Grundlage dient die Global Risks Perception Survey welche die rund 800 Mitglieder des WEF ausgefüllt haben. Zusätzlich wurden noch gut 200 Mitglieder der Global Sharpers Community befragt. Das Ziel ist, aufgrund der Antworten gemeinsam nachhaltige Lösungen für die wichtigsten Risiken zu finden.

BCI (Business Continuity Institute) BCI Horizon Risk Scan - Das BCI hat über 9.000 Mitglieder in über 100 Ländern, welche für den Horizon Risk Scan befragt werden. Das Ziel ist, Firmen widerstandsfähiger zu machen.

PwC (PricewaterhouseCoopers) Annual Global CEO Survey - über 5.000 CEOs aus 100 Ländern werden für die jeweilige Ausgabe befragt.

NC State University und Protiviti (Research conducted by NC State University's ERM initiative and Protiviti): Executive Perspective on Top Risks - Befragung von ca. 1.100 Board Members und Executives weltweit. Das Ziel ist es, Firmen eine vereinfachte Handhabung von Risiken zu ermöglich.

Kontaktadresse

Funk Insurance Brokers AG
Marketing
Hagenholzstrasse 56
8050 Zürich

T +41 (0)58 311 05 00
info@funk-gruppe.ch

Konzept, Design und Code

Schwizer Design GmbH
Gallusstrasse 43, 9000 St. Gallen
www.schwizerdesign.ch

Handelsregistereintrag

Eingetragener Firmenname: Funk Insurance Brokers AG
Nummer: CHE-103.747.426
Handelsregisteramt: Luzern

Haftungsausschluss

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Allgemeine Anmerkung zu den Ergebnissen der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL)Von 1991 bis 2009 wurde die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE; Hauptquelle der AVOL) jeweils im zweiten Quartal durchgeführt. Seit 2010 werden die Daten der SAKE vierteljährlich erhoben (kontinuierliche Erhebung). Für eine bessere Gewichtung wurden im Jahr 2017 für den Zeitraum 2010-2016 bei der Kalibrierung Sozialversicherungsdaten herangezogen. Durch die Berücksichtigung dieser neuen Dimension steigt die statistische Genauigkeit, insbesondere in Bezug auf den Arbeitsmarktstatus (erwerbstätig/erwerbslos gemäss ILO/nichterwerbstätig). Die Änderung der Periodizität sowie die Verbesserung der Gewichtung des SAKE führen bei einem Teil der Ergebnisse zu einem Bruch in der Zeitreihe zwischen 2009 und 2010; dieser Bruch zeigt sich ebenfalls bei der AVOL.

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